Wer bin ich, und wenn ja wie viele? – Die Rollen einer Führungskraft
Teilnehmer meiner Führungsseminare kommen häufig zu mir und sagen: „Ich habe gar keine Zeit, mich um meine Mitarbeiter zu kümmern. Das Tagesgeschäft frißt mich auf.“
Häufig werden Mitarbeiter zu Führungskräften, weil sie die fachlich Besten sind. Und das hat seinen guten Grund. Denn Unternehmen leben von Ihrem fachlichen Know-how, das in die Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens einfließt. Viele Unternehmen legen großen Wert darauf, dass auch die Führungskräfte, Geschäftsführer und Vorstände nach wie vor ein gutes fachliches Wissen haben. Dies ist erforderlich um wichtige fachliche Entscheidungen fundiert treffen zu können.
Aufgaben und Rollen in Führungspositionen
Gleichzeitig gibt es viele weitere Aufgaben und Erwartungen, die an eine Führungskraft gestellt werden. Dazu gehören beispielsweise das Führen von Mitarbeitergesprächen, die strategische Ausrichtung des Bereiches vorzugeben und in individuelle Ziele aufzuteilen, die täglichen Abläufe zu organisieren, Probleme oder Konflikte zwischen den Mitarbeitern zu lösen und vieles mehr.
Folgende Rollen sind in Führungspositionen von Bedeutung:

Meine Rollen in der Führungsposition?
Für Führungskräfte ist es hilfreich, sich dieser verschiedenen Rollen bewusst zu sein und je nach Unternehmenskultur und Erfordernissen den eigenen Rollenmix zu leben.
Junge Führungskräfte stehen in der Regel vor der Herausforderung, ihr Expertentum nicht mehr ganz so dominant zu leben und mehr Zeit für die Führung der Mitarbeiter aufzuwenden.
Eine weitere wesentlich Frage ist, in wieweit sehe ich mich als Manager, der wichtige Aufgaben und Projekte organisiert. Die Gefahr dieser Rolle ist, dass ich meine Managementaufgaben vom Schreibtisch aus wahrnehme und nicht den direkten Kontakt zum Mitarbeiter suche.
Die Rolle des Leaders ist es, den Mitarbeitern den größeren Zusammenhang ihrer Arbeit zu vermitteln. Viktor Frankl hat durch sein Leben und Werk eindrucksvoll gezeigt, dass es für uns wichtig ist, einen Sinn in dem zu erkennen, was wir tun. Wenn Mitarbeiter den Sinn ihrer Tätigkeit und die dahinter liegende Strategie erkennen, so ist das ein bedeutender Motivationsfaktor.
Bestimmen Sie Ihren eigenen Rollenmix
Überlegen Sie für sich: Welche dieser Rollen leben Sie zu welchen Anteilen. Sie können eine entsprechende Torte erstellen, indem Sie die tatsächliche Zeit betrachten, die Sie beispielsweise an einem Tag oder in einer Woche für die jeweilige Rolle aufwenden.

Fragen Sie sich anschließend: Was ist das Gute an dieser Rollenverteilung? Und was möchte ich gerne verändert? Wie würde für mich eine bessere Rollenverteilung aussehen? Welche ersten Schritte könnte ich dazu unternehmen?